|
Jugend-Einsatzcamp 2011 in der Ukraine
«Ich lernte viel übers Dienen»
Freitagabend neun Uhr: 31 junge, motivierte Leute starteten ins Einsatzcamp in die Ukraine. Die Gruppe setzte sich zu je einem Drittel aus zwei Jugendgruppen, Winterthur und Wettingen, zusammen und das letzte Drittel sind einzelne Teilnehmer. Als zweiter Fahrer begleitete mich Simon Rechberger, Landwirt aus Pfyn. Nach einer ruhigen Fahrt, einer speditiven Zollabfertigung von nur zwei Stunden kamen wir gut und müde in Mukatschevo an.
Feiern
Der Gottesdienst findet erstmals im neuen Sozialzentrum statt, das allerdings noch im Rohbau steht. Es ist ein lebendiger, interessanter und gehaltvoller Gottesdienst. Die jungen Leute aus der Schweiz machen mit viel Freude mit. Ihr Strahlen ist nicht zu übersehen. Beim gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal des Sozialzentrums werden die ersten Berührungsängste abgebaut. Der Plow (usbekisches Reisgericht) schmeckt ausgezeichnet.
Arbeiten
Wir helfen einen Spielplatz bauen. Das Gelände muss zuerst von diversem Unrat gereinigt werden. Wir planieren die Plätze für das Volleyballfeld und ein Spielgerät, die teilweise noch ausgehoben werden müssen. Dann wird mit Sand aufgefüllt. Das alles ist sehr viel Handarbeit bei Temperaturen bis 40°C. Der Einsatz der jungen Leute ist aber beispielhaft. Fröhlich und freudig packen sie an. Wir sind alle erleichtert, als das Kombi-Spielgerät nach einer über 1000 km weiten Reise pünktlich am Dienstag geliefert wird. Solche Präzision – und das in der Ukraine!
Wir stellen das Gerät auf und spannen das Volleyballnetz.
Geniessen
20 bis 30 Kinder besuchen das Kinderprogramm am Nachmittag. Basteln, Spielen, Singen, interessante Geschichten – die Kinder sind voll dabei. Die Teilnehmer besuchen auch arme Menschen mit selber eingekauften Lebensmitteln. Schaschlikschmaus, der Besuch des Schlosses mit Museum und des Schwimmbades sind der Ausgleich zur Arbeit. Besonders beeindruckt der Lebensbericht von Timofej, Pastor und Leiter des Sozialzentrums.
Einweihen
Die feierliche Einweihung des Spielplatzes am Freitag ist der Höhepunkt. Der stellvertretende Bürgermeister und Vertreter der Stadtbehörde sowie das Regionalfernsehen sind anwesend. Viele Kinder und nicht wenige «gwundrige» Nachbarn warten gespannt, bis endlich das Absperrband durchschnitten wird und der Spielplatz eröffnet ist. Die ganze Kinderschar rennt los, wie beim Start eines Formel1-Rennens. Jeder will der erste sein. Interessiert verfolgen einige Nachbarn und vor allem die Kinder die kurze Evangelisation direkt auf dem Platz. Die Kinder beten mit Timofej und bedienen sich mit der bereitgelegten Literatur. Wir hoffen, dass der ausgestreute Same zu keimen beginnt und der Spielplatz seine Vermittlerrolle spielt.
Teilnehmer schreiben:
«Das Lager war sehr eindrücklich, emotional und erfüllend. Ich gewann sehr viel und lernte viel aus den Eindrücken und Erlebnissen. Die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Menschen gingen mir nahe.»
«Die Zusammenarbeit mit den Ukrainern fand ich super. Ich fand auch die Abwechslung zwischen Spielplatzbauen, Armenbesuchen und Kinderprogramm toll. Eine Woche war fast zu kurz, um alles kennen zu lernen: Arbeit, Beziehungen, eine andere Kultur usw.»
«Ich lernte viel übers Dienen. Die Andachten und die Worshipzeiten waren eindrücklich. Mein persönliches Ukraineerlebnis: An einem Abend lief ich einem Jungen nach, der kein T-Shirt trug und Abfall transportierte. Ich wollte ihm mein T-Shirt schenken. Plötzlich befand ich mich in einem Armenviertel. Die Strasse war ein Schlammbett, die Leute sassen an den Hüttenwänden am Boden. Die Armut dieser Leute hat mich sehr bewegt. Plötzlich kamen zwei Hunde auf mich los. Ich betete und sie waren weg.» |