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Weihnachtspäckli Verteilen in der Ukraine, Dezember 2011
Geben ist seliger, denn nehmen!
Sascha nahm das Päckli und küsste es. Er riss das Papier weg, öffnete die Schachtel und jeden Gegenstand, den er aus dem Päckli zog, küsste er. Der 6-jährige Sascha war glücklich. Genau so ging es an Weihnachten 86’400 Kindern und Erwachsenen, die im Rahmen der Aktion Weihnachtspäckli ein Weihnachtspäckli erhalten haben. Mit 26 Lkws wurde die kost-bare Fracht nach Osteuropa transportiert. Licht im Osten hat von diesem grossen Päckliberg 30100 in die Ukraine, 4000 nach Moldawien und 2500 nach Rumänien.
Mitte Dezember flogen 30 Personen in die Ukraine und 18 nach Moldawien, um beim Päckli-verteilen zu helfen. Sie wollten Freude bereiten und die strahlenden Augen selber sehen, von denen immer geredet wird. In sechs kleine Teams aufgeteilt, erlebten die Reisenden die ver-schiedensten Situationen, in denen die Menschen vor Ort lebten. Die Lebensumstände, in denen viele Menschen sich bewegen müssen, waren erdrückend. Bei Sascha zu Hause sah es sehr ärmlich aus. Wir traten in einen dunklen Raum und mussten uns zuerst an die Dunkel-heit gewöhnen. Hier wohnt Sascha mit seiner Mutter und der Grossmutter.
So auch bei diesem Besuch stellte unser ukrainischer Begleiter, Ivan, die Schweizergruppe vor. Weihnachtsfreude bringen, ist der tiefe Sinne der Aktion Weihnachtspäckli. Freude brin-gen, aber nicht nur mit Lebensmittel, Schulmaterial, Spielzeug und Hygieneartikel. Jedem Päckli legten wir bei den Kindern eine christliche Kinderzeitschrift bei und bei den Erwachse-nenpäckli ein Journal über Glaube und Leben. Die Gefühle, welche die Päckli bei den Emp-fängern ausgelöst haben, sind kaum zu beschreiben. Die Ermutigung, welche die Päckli bei den Gemeinden vor Ort gebracht hat, hat uns beschenkt. Gestaunt haben wir, wie gerne die christlichen Zeitschriften und auch die kleinen Neuen Testamente der Gideon genommen wurden.
Leben und Licht bringen
In der Familie des kleinen Tolik brannte eine schwache Glühbirne. Er wohnt mit seinen Eltern bereits sieben Jahre in diesem Haus, das zuvor vom Brand zerstört wurde. Der Geruch erin-nert noch daran. Der Verputz an der Decke und die Tapeten an den Wänden blättern ab. Der Aufstieg ist mit Karton verklebt und als Treppe dient eine alte Leiter. Das aufgedunsene Ge-sicht des Vaters zeigt schnell, wo der Schuh drückt – Alkohol. Die Mutter redet sehr viel. Al-kohol auch bei ihr. Schnell wird klar, dass jeder Verdienst, d.h. die Rente, die der Vater als Kriegsveteran erhält, sich in Alkohol verwandelt. Tolik blickt uns ganz verwirrt an. Was woll-ten die Fremden. Eine vom Team schenkt ihm einen Kugelschreiber, auf dem „Jesus liebt dich“ auf Russisch steht. Er versteckt ihn gleich. Die Eltern haben schon viel vom Glauben an Jesus Christus gehört. Die Tränen des Vaters bezeugen, dass er um seine Abhängigkeit weiss. Ivan, Pastor und Missionar mit ganzem Herzen, weist ihn freundlich auf das Angebot Jesu der Vergebung und Befreiung hin. Der Vater weint – er will frei werden, tut Busse. Er will in die Gemeinde kommen, er will, dass sich sein Leben ändert. Ivan ist sich bewusst, dass er die Begleitung der Leute aus der Gemeinde braucht.
Ljudmilla war mit ihrem 3-jährigen Sohn allein zu Hause. Sie wusste um unseren Besuch. Zögernd begann sie uns aus ihrem Leben zu erzählen. Ihr erster Mann wurde umgebracht. Von ihm hatte sie 2 Kinder. Nach seinem Tod besuchte sie eine charismatische Gemeinde in Kiew. Bald hatte sie wieder Bekanntschaft und heiratete wieder. Ihr zweiter Mann drohte ihr, sich zu betrinken, wenn sie weiterhin die Gottesdienste besuchen werde. Wir spürten die Not im Herzen dieser jungen hübschen Frau. Wahrsagerei spielte in ihrem Leben eine Rolle. Im-mer mehr sprudelte ihre Not aus ihr heraus und plötzlich sagte sie: „Ich habe Aids“. Sie weinte erschöpft. Wir sprechen ihr Mut zu und Ivan betet für sie. Ljudmilla hat neue Hoff-nung geschöpft. Weihnachten – Jesus, das Licht der Welt, ist zu ihr gekommen.
Strasse kann der Weg nicht genannt werden, durch den sich unser VW-Bus zum nächsten Haus quält. Wir werden freudig begrüsst. Durch den Hof geht es zur Haustüre. Wir passen auf, dass wir nicht auf einen Hühnerdreck treten oder die kleinen kläffenden Hunde uns zu nah kommen. Vier Generationen leben in diesem Haus. Wir mussten uns nicht vorstellen. Die Grossmutter, die Tochter und die beiden Enkel besuchen regelmässig die Gemeinde. Sie freuen sich am Besuch aus der Schweiz. Missionar Ivan spricht zu Mascha, der Mutter der Kinder vom Glauben an Jesus, der Friede und Freude schenkt. Es braucht nicht viele Worte. Der Moment war gekommen, wo Mascha ihr Leben Jesus Christus anvertraut. Freude strahlt aus ihren Augen.
Freude bringen
Jedes einzelne dieser 86400 ist ein Freudenbringer. Geben macht glücklich, macht dankbar. Eine Teilnehmerin meinte: „ich gehe sehr dankbar wieder in die Schweiz zurück und will mich mehr einsetzen und für die Menschen beten.“ Wir fühlen uns nicht als die grossen Geber, sondern wir wurden zu den Beschenkten.
Nehmen ist seliger?
Die Gemeinde in Nikopol hat bereits einige Wochen vor unserer Ankunft für diesen Einsatz gebetet. Sie haben Adressen gesammelt von Nachbarn und Freunden, denen sie mit Hilfe der Weihnachtspäckli Freude bereiten und das Evangelium bringen wollten. In unseren Mor-genandachten fiel der Satz „Wer austeilt, der ist mittendrin und wird zum Mitmenschen.“ Wir durften in diesenTagen Freude bereiten, Menschen umarmen und Liebe zeigen. Doch Ljud-milla, Toliks Vater und Sascha haben ausser dem Päckli Jesu Liebe gespürt und die Kraft der Befreiung von Sorgen, Nöten und Hoffnungslosigkeit erlebt. Sie haben das Angebot Jesu angenommen, der gesagt hat „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, dieses Angebot annehmen, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Gott ist der grosse Geber und gab sein Liebstes. Da ist „nehmen“ seliger, weil Jesus Christus am Kreuz sein Leben hingegeben hat und durch den Glauben an ihn den Weg zu Gott geöffnet hat. Da wird Nehmen seliger.
www.weihnachtspaeckli.ch |
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