Evangelisation in Frontnähe: Ensemble «Nadiya» unterwegs in der Ostukraine

Ende Januar war das ukrainische Musikensemble «Nadiya» erneut in den vom Krieg stark betroffenen Regionen im Osten des Landes unterwegs. Die Gruppe verbindet oft unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen Musik, Evangelisation und praktische Hilfe.
Hoffnung durch Musik und Gottes Wort
Leiter des Ensembles ist Ilja Bokovets (31) aus der Region Riwne in der Westukraine. Er ist verheiratet, Vater eines Kindes und engagiert sich in seiner Gemeinde als Jugendleiter und Prediger. Mehrmals im Jahr reist er mit rund 15 Musikern und Predigern durch die Ukraine. Der Kleinbus ist beladen mit Technik, Instrumenten und Lebensmitteln für Bedürftige. «Wir begegnen Menschen, denen es an Nahrung, Sicherheit und Perspektive fehlt», sagt Ilja. «Musik und das Wort Gottes können ihnen Hoffnung und inneren Frieden schenken.»
Zwölf Veranstaltungen in neun Tagen
Vom 25. Januar bis 2. Februar 2026 führte ein Einsatz das Team in die Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja.
In dieser Zeit fanden zwölf gut besuchte Veranstaltungen statt:
- 5 Gottesdienste in der Region Dnipropetrowsk
- 7 Gottesdienste und Jugendtreffen in der Region Saporischschja
Die Treffen wurden sowohl in grösseren Städten als auch in kleineren Orten nahe der Front durchgeführt. Viele Menschen hörten aufmerksam zu, als das Evangelium verkündet und christliche Lieder gesungen wurden. Besonders ermutigend: 28 Menschen entschieden sich, ihr Leben Jesus Christus anzuvertrauen. Neben den Veranstaltungen verteilte das Team auch Lebensmittelhilfe an Bedürftige.
Eine unerwartete Reaktion
Bei einer der Versammlungen schien zunächst niemand auf den Aufruf zur Umkehr zu reagieren. Doch als der Aufruf bereits beendet war, lief plötzlich eine Frau nach vorne, fiel auf die Knie und bekannte öffentlich ihre Schuld. Dann wandte sie sich an die Anwesenden und sagte:
«Was? Sündigen ist nicht schändlich, aber Busse tun schon?»
Ihr mutiger Schritt bewegte viele der Anwesenden.
Bewahrung auf gefährlichen Strassen
Die Reise führte das Team auch in besonders gefährdete Städte wie Nikopol und Marhanets. Auf der Strasse kurz vor Nikopol musste der Fahrer plötzlich reagieren, als der Bus auf einer kaum sichtbaren Eisfläche auszubrechen drohte. Er reduzierte sofort die Geschwindigkeit. Kurz darauf sah die Gruppe zwei Fahrzeuge, die bereits von der Strasse abgekommen waren und im Feld lagen. Durch schnelles Handeln konnte der Fahrer den Bus stabilisieren. Auch in Saporischschja erlebte das Team mehrere Tage und Nächte mit starken Angriffen. Trotzdem blieb die Gruppe bewahrt. «Gott ist immer mit uns – ihm sei die Ehre», schreibt Ilja Bokovets nach der Reise.
Dienst mit Herz und Hingabe
Seit Beginn des Krieges unterstützt Licht im Osten die Einsätze des Ensembles. Dadurch können Lebensmittel gekauft, Treibstoff bezahlt und die Reisen organisiert werden. Für Ilja ist dieser Dienst mehr als ein Projekt: «Dienen bedeutet für mich, mit Herz, Hand und Musik Menschen zu begegnen, Hoffnung zu bringen und die Liebe Gottes praktisch zu leben.»


