Unschuldig im Gefängnis – Chronologie von Yaroslav Mysiak

25.2.2026
Yarslav Mysiak steht vor Gericht in einer Glaskabine für Angeklagte

Ein erschütternder Kampf um Gerechtigkeit

Seit März 1998 Jahren sitzt der Ukrainer Yaroslav unschuldig im Gefängnis. 1999 wurde er wegen des Mordes an seinen Grosseltern und seinem Onkel verurteilt. Es ist ein Urteil, das auf zweifelhaften und teilweise manipulierten Akten basiert. Mehrere unabhängige Expertisen belegen heute seine Unschuld. Doch trotz eindeutiger Hinweise auf massive Verfahrensfehler wird seine Freilassung seit Jahren durch immer neue Verzögerungen blockiert.

Seit vielen Jahren begleitet Licht im Osten Yaroslav. Gemeinsam beten wir für ihn, seine Familie und für ein gerechtes Verfahren. Die folgende Zusammenfassung zeigt, wie zäh und schwierig der Kampf um Gerechtigkeit ist.

Ein Verfahren, das nicht vorankommt

Seit 2020 wurden Dutzende von Gerichtsterminen angesetzt – und beinahe alle kurzfristig abgesagt, verschoben oder gar nicht eröffnet. Gründe dafür waren:

  • Krankmeldungen von Richtern und Anwälten
  • Abwesenheit von Staatsanwälten
  • fehlende Gefängniswärter, die ihn begleiten sollten
  • Nichterscheinen des damaligen Gerichtsmediziners
  • Corona-bedingte Einschränkungen
  • Verwaltungs- und Zuständigkeitschaos in der ukrainischen Justiz
  • neue Staatsanwälte, die erst in den Fall eingearbeitet werden mussten

Immer wieder wurde Yaroslav enttäuscht, oft erst dann, wenn er bereits auf die Verhandlung am Tag selbst wartete.

Wesentliche Entwicklungen der letzten Jahre

2020–2021: Erste Hoffnungen und ständige Rückschläge

Im Mai 2020 erhalten unsere Partner erstmals die originalen Akten, die deutliche Unterschiede zu den zuvor verwendeten Dokumenten aufweisen, ein Beweis für frühere Fälschungen. Zwei unabhängige Expertisen bestätigen später klar Yaroslavs Unschuld.

Doch trotz mehrfach angesetzter «entscheidender Sitzungen» kommt es kaum zu Fortschritten. Immer wieder fällt ein Richter aus, ein Staatsanwalt fehlt, oder der frühere Gerichtsmediziner erscheint nicht.

2021–2022: Neue Expertisen und politische Hindernisse

Im November 2021 stimmt das Gericht einer zusätzlichen Expertise zu – ein kleiner Sieg. Doch auch 2022 werden weitere Termine verschoben. Gleichzeitig destabilisiert der Krieg die gesamte Justiz in der Ukraine.

2023–2024: Bewährungsanträge als letzter Ausweg

Da die Überprüfung des Urteils kaum vorankommt, stellt Yaroslav zusätzlich Anträge auf Bewährung sowie auf Umwandlung seiner lebenslangen Strafe in 25 Jahre Haft. Da er diese Zeit bereits verbüsst hat, könnte er so freikommen. Doch auch diese Verhandlungen scheitern wiederholt an terminlichen Verzögerungen.

2024–2025: Neue Hoffnung  und erneut Enttäuschungen

Mehrere geplante Termine im Jahr 2024 und 2025 werden wieder verschoben. Der neue Berufungstermin vom November 2025, eigentlich eine grosse Chance, fällt erneut aus. Ein weiterer Termin ist nun für den 25. Februar 2026 geplant.

Bis heute wurde Yaroslavs Berufung nicht einmal inhaltlich geprüft.

25. Februar 2026: Wieder vertagt

Am 25. Februar 2026 waren am Berufungsgericht drei wichtige Anhörungen angesetzt. Um 10:00 Uhr sollte über Yaroslavs Antrag auf bedingte vorzeitige Entlassung verhandelt werden. Zwei weitere Sitzungen um 14:00 Uhr betrafen die Überprüfung seines Urteils aufgrund neu bekannt gewordener Umstände. Dieses Verfahren zieht sich inzwischen seit elf Jahren hin.

Doch erneut kam es zu keiner inhaltlichen Behandlung. Die morgendliche Anhörung wurde verschoben, weil der zuständige Staatsanwalt – bereits der fünfte in diesem Verfahren – sich nicht ausreichend mit den Akten vertraut gemacht hatte und zusätzliche Zeit beantragte. Neuer Termin ist nun der 6. Mai um 10:00 Uhr.

Auch die beiden weiteren Anhörungen am Nachmittag fanden aus unbekannten Gründen nicht statt. Sie wurden auf den 20. Mai um 11:00 Uhr vertagt. Damit wurde Yaroslavs Fall abermals nicht inhaltlich geprüft.

Trotz allem dankt Yaroslav allen für ihre treuen Gebete. Offiziell darf er täglich 15 Minuten ein Mobiltelefon nutzen – eine kleine, aber für ihn sehr wertvolle Möglichkeit, mit der Aussenwelt in Kontakt zu bleiben.

Ein Zeugnis von Ausdauer und Glauben

Trotz der unzähligen Enttäuschungen bleibt Yaroslav im Glauben stark. Er schreibt uns seltene aber hoffnungsvolle Nachrichten und dankt allen, die für ihn beten. Er vertraut darauf, dass Gott trotz aller Ungerechtigkeit einen Weg für ihn öffnen wird.

Wie du helfen kannst

Wir laden alle ein, weiterhin für Yaroslav und seine Familie zu beten:

  • Für seine Freilassung und Gerechtigkeit
  • Für Weisheit, Mut und Integrität der Richter
  • Für Schutz und Trost in der langen Zeit der Hoffnungslosigkeit
  • Für Kraft für seine Frau und Angehörigen

In unserem Gebets-SMS berichten wir über Yaroslav und geben auch weitere aktuelle Informationen über Licht im Osten. Schreibe uns eine Mail mit deiner Handynummer und wir halten dich auf dem Laufenden.

Gebets-SMS aktivieren
Weitere Neuigkeiten

Was dich auch interessieren könnte:

Vier Jahre Krieg in der Ukraine

Vier Jahre nach Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine erinnern wir an das Leid und setzen ein Zeichen für Hoffnung, Gebet und konkrete Hilfe.

Hilfsgütertransport Ukraine – Reisebericht Mario und Felix

Über 2700 Kilometer durch vier Länder: Mario und Felix berichten von einem Hilfsgütertransport von der Schweiz bis in die Ukraine.

Jetzt Kriegsbetroffenen helfen

Humanitäre Hilfe: Licht im Osten unterstützt auch vier Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine. Werde Teil der Hilfe!